COVID-19-Impfung von 5 bis 11 Jahren

Liebe Eltern und Patienten,

Inzwischen ist die COVID-19-Impfung für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren mit dem Kinderimpfstoff vom Biontech von dem EMA, der europäischen Arzneimittelbehörde, zugelassen worden. Die aktuelle Empfehlung der STIKO, der ständigen Impfkommission, hat ihre Empfehlung am 9.12. veröffentlicht. Sie empfiehlt die Impfung für Kinder mit für COVID19 risikoerhöhenden Vorerkrankungen wie Diabetes, schweres Asthma, Mehrfachbehinderung, Gendefekte (z.B. Down-Syndrom). Auch für Kinder mit Risikopersonen im Haushalt, bei denen mit einem schweren Verlauf gerechnet werden muss, ist die Impfung empfohlen.

Eltern, die eine Impfung bei Ihren Kindern in dieser Altersgruppe wünschen, können Ihre Kinder jetzt nach Aufklärung impfen.

Inzwischen sind neue Zahlen des US-amerikanischen Impfprogramms verfügbar. Bei über 8,5 Millionen Impfungen in dieser Altersgruppe, davon ca. 2,5 Millionen Zweitimpfungen traten 12 Fälle von Myokarditis auf, deutlich weniger als bei älteren Kindern und Jugendlichen.
Die übrigen Nebenwirkungen waren typische grippeähnliche Symptome, führend Müdigkeit, danach Kopfschmerzen, dann erst Fieber. Ebenfalls öfter treten Gliederschmerzen oder Bauchschmerzen auf.

Dagegen ist COVID-19-Infektion mit Komplikationen wie Krankenhausbehandlung oder Intensivpflicht in dieser Altersgruppe häufiger. Dazu kommt das ebenfalls höhere Risiko von PIMS.
Die Häufigkeit von Long-COVID bei Kindern ist im Moment noch nicht sicher erfassbar wegen der auch durch die psychische Belastung auslösbaren Symptome.

COVID-19-Komplikationen pro 1 Million positiver
von 5 bis 11 Jahren ohne Vorerkrankungen
Stationäre Terapie 89
Davon Intensivbehandlung 17
PIMS 299
Davon Intensivbehandlung 161
Gesamtkomplikationen 388
   
Impfrisiko pro 1 Million geimpfter von 5 bis 11 Jahren
Myokarditisfälle männlich 4
Myokarditisfälle weiblich 2

 

In der Tabelle nicht erfasst sind die psychischen Belastungsfaktoren der Pandemie wie Homeschooling, Kontaktverbote, Sportverbote und Quarantäne, die eine hohe Krankheitslast für Kinder- und Jugendliche darstellen.

Zum Impfen sollten die Kinder fit seinm, d.h. keinen das Immunsystem belastenden Infekt haben (ein einfacher Schnupfen macht nichts).
Treten nach der Impfung bekannte oder unbekannte Symptome auf, sollte sich das Kind schonen und uns dies mitgeteilt werden.

Sollte Interesse bestehen, können Sie uns dies per Nachricht oder über PraxisApp mitteilen.

Ihr Praxisteam


Hintergründe:

Welcher Impfstoff wird verwendet?

Der eingesetzte Impfstoff ist im Prinzip der gleiche wie der für Erwachsene, jedoch nur 1/3 der Dosis. Da dies schwerer abzumessen ist, gibt es einen Kinderimpfstoff. Pro Ampulle sind 10 Einzeldosen enthalten, die innerhalb von 6 bis 12 Stunden verimpft werden müssen.

 

Welches Impfschema wird angewandt?

Wie bei der Erwachsenenimpfung sind ebenfalls zwei Impfungen in den üblichen Abständen 3-6 Wochen notwendig. Ob ein Booster in 6 Monaten nötig wird, ist noch nicht geklärt. Es wäre aber im Hinblick auf fast alle existierenden Impfschemata nicht verwunderlich (Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis B, FSME, etc).

 

Warum ist die Zulassung für Kinder später erfolgt?

Dies geschieht im wesentlichen aus drei Gründen:
Studien bei Kindern sind aufwändiger und teurer, bereits vorbestehende Daten von Erwachsenen machen sie einfacher.
Die Hauptgruppe der "Abnehmer" wird zuerst untersucht, also die mit der höchsten Gefährdung (in diesem Pandemiefall die Erwachsenen).
Und natürlich die wirtschaftliche Überlegung, wer kauft mehr. Es gibt deutlich mehr Erwachsene als Kinder.

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